
Foto: iStock
Berufen
«Wortimpuls». Kolumne von Felix Klingenbeck
Ich glaube nicht an einen Gott,
der buchstäblich einen Menschen beruft.
Ich glaube nicht an einen Gott,
der unmittelbar in ein Leben eingreift.
Ich glaube nicht an einen Gott,
der einen fixen Plan für einen Menschen aufstellt.
Ich glaube nicht an einen Gott,
der sein kirchliches Personal vorherbestimmt.
Ich glaube nicht an einen Gott,
der Menschen auswählt, nach welchen Kriterien auch immer.
Die biblischen Berufungsgeschichten sind eher nachträgliche
erzählerische Legitimierungen als geschichtliche Begebenheiten.
Es ist schön,wenn Menschen eine Aufgabe finden,
die sie anspricht,
die sie anrührt,
die sie erfüllt.
Angesprochen sein,
angerührt sein,
erfüllt sein,
das bleibt unverfügbar.
Keiner kann es erzwingen,
keine kann es einfach machen.
Dass «Gott berufe»,
ist symbolische Sprache dafür.