
In vielen Pfarreien wird am Valentinstag die «Segnung der Liebenden» gefeiert. Foto: Annalena Müller
Zum Valentinstag: Love is Love
Am Valentinstag feiern viele Pfarreien Segnungen für alle Liebende. Das ist gut, findet die Katechetin Sara de Giorgi. Keine Liebe ist besser als die andere.
Sara de Giorgi*
Im katholischen Christentum ist der 14. Februar der Gedenktag des heiligen Valentin. Über die historische Figur ist wenig bekannt, und es wird sich wohl nie vollständig klären lassen, wer er genau war.
Möglicherweise handelte es sich um einen Priester namens Valentin, der während der Christenverfolgung unter dem römischen Kaiser Claudius II. (†270) Paare nach dem christlichen Ritus traute. Der Legende nach soll er auch Liebenden Blumen aus seinem Garten geschenkt haben.
Die Tradition des Blumenschenkens hat ihren Ursprung also bereits in der römischen Zeit. Bis heute schenken sich an diesem Tag viele Paare Blumen. Und der Heilige Valentin gilt traditionell als Schutzpatron der Liebenden und Verlobten.

In vielen Pfarreien wird am Valentinstag die «Segnung der Liebenden» gefeiert. Doch wer sind «die» Liebenden in der heutigen Zeit? Liebe ist eines der schönsten, aber auch kompliziertesten Gefühle der Welt. Sie ist, einfach ausgedrückt, ein Gefühl der Zuneigung zu einer anderen Person. Muss diese Person unbedingt das andere Geschlecht sein? Und wie steht es mit Altersunterschieden? Was haben wir noch für Vorurteile? Wenn wir ehrlich sind, gäbe es eine lange Liste, wenn ich alle Vorurteile hier auflisten würde.
Die Liebe hat so viele Facetten, und das ist gut so, denn auch wir Menschen sind unterschiedlich. Jesus lehrt uns, wie wir handeln und wie wir Nächstenliebe praktizieren können. In der Bibel wird auch von «Agape» gesprochen, einem griechischen Begriff für Liebe, der in christlichem Sinne für von Gott inspirierte, uneigennützige Liebe steht.
Es gibt für alle noch viel Potenzial, um in dieser Nächstenliebe zu wachsen. Damit sich alle Paare, unabhängig von ihrer Konstellation und ohne Vorurteile, in einer «Agape»-Feier zugehörig fühlen können.
*Sara de Giorgi ist Katechetin in Thun