Die neue Geschäftsleiterin Laila Sheikh war lange als Diplomatin für das EDA tätig. Foto: zVg

Laila Sheikh leitet neu das Haus der Religionen

Das Haus der Religionen in Bern hat eine neue Geschäftsleiterin. Laila Sheikh folgt ab Juni auf Karin Mykytjuk und Louise Graf.


Mit der Wahl von Laila Sheikh zur neuen Geschäftsleiterin des Hauses der Religionen (HdR) hat sich dessen Vorstand für eine interne Lösung entschieden. Laila Sheikh war seit 2023 Programmleiterin im HdR. Die 54-jährige Familienfrau bringt viel internationale und interkulturelle Erfahrung mit, heisst es in der Mitteilung des HdR. 

Über 20 Jahre war sie als Diplomatin im Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) tätig, unter anderem als stellvertretende Missionschefin der Schweizer Botschaft in Kenia, als Regionalchefin Internationale Zusammenarbeit für das Horn von Afrika und in Mozambique als Chefin Internationale Zusammenarbeit und Stv. Missionschefin. Sheikh ist Vorstandsmitglied bei «Peace Women Across the Globe» und bei der Schweizerischen Gemeinnützigen Gesellschaft, die jeweils die Bundesfeier auf dem Rütli verantwortet. 

 

 

Muslimischer Vater, Jubla-Karriere

Sheikh wuchs im Kanton Freiburg als Tochter einer schweizerischen Mutter und eines pakistanischen Vaters auf, wie sie gegenüber dem “pfarrblatt” sagt. Auch wenn sie offiziell muslimisch sei, habe sie als Kind den Bibelkunde-Unterricht besucht und war aktiv in der Jubla. Hier hatte sie verschiedene Leitungsfunktionen inne bis zum Mitglied der Kantonsleitung. «In der Jubla habe ich die Erfahrung gemacht, dass man diese Welt positiv mitgestalten kann», sagt Sheikh gegenüber dem «pfarrblatt». «Mein muslimischer Vater hat meine Jubla-Aktivitäten sehr unterstützt.» Laila Sheikh ist verheiratet, hat zwei Söhne und wohnt mit ihrer Familie in Bern. 


Als Geschäftsleiterin möchte Sheikh «dieses Labor des Zusammenlebens weiter entwickeln und unseren gesamtgesellschaftlichen Beitrag ausbauen», sagt sie laut Mitteilung. Auf Nachfrage nennt sie drei Punkte: Das Bildungsangebot erweitern, im aufstrebenden Quartier Ausserholligen mehr Menschen ins HdR bringen, etwa durch das Gastronomieangebot, und den Dialog mit der Öffentlichkeit verstärken. «Aktuell gibt es bei uns jährlich etwa 300 Rundgänge durch das Haus. Die Nachfrage nach Bildungsangeboten ist doppelt so gross.» Um dieser nachzukommen, will sie Gespräche mit möglichen Partner:innen und Geldgeber:innen führen. 
 

 

Der Vorstand der HdR wählte Sheikh aufgrund der internen Stellenausschreibung. Er ist überzeugt, dass Laila Sheikh «den Pioniergeist des Hauses bewahren, aber auch mit neuen Ideen und Impulsen die Zukunft des HdR aktiv mitgestalten wird", heisst es in der Medienmitteilung. Sheikh habe bereits eine tragende Rolle bei der Aktualisierung der Strategie wahrgenommen. Zudem habe sie 2024 das Programm zum 10-Jahres-Jubiläum verantwortet. Die beiden bisherigen Co-Leiterinnen Karin Mykytjuk und Louise Graf gaben Anfang Jahr bekannt, dass sie sich beruflich neu orienierten wollten. Die Entscheidung fällten sie gemäss Medienmitteilung unabhängig voneinander. (sys)

 

Acht Gemeinschaften

Im Haus der Religionen in Bern feiern Alevit:innen, Buddhist:innen, Christ:innen, Hindus und Muslim:innen in eigenen Räumen ihre religiösen Zeremonien. Die jüdische Gemeinschaft, Bahá’í und Sikhs beteiligen sich zudem am Programm. Dieses enthält kulturelle Veranstaltungen, Podiumsdiskussionen, Vorträge, Ausstellungen sowie Bildungsangebote vor allem für Schulen und verschiedene Berufsgruppen.

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