Kürzlich begrüsste mich eine Patientin mit den Worten, «Ah, Sie sind der Seelensorger!». Die leichte Variation des gebräuchlichen Ausdrucks blieb hängen und veranlasste mich, über die Seelsorge und ih
Und, was bringst du im nächsten «pfarrblatt»-Artikel zur Sprache? – Tja, wenn ich’s wüsste. – Ist alles gesagt? – Ich weiss nicht, am besten werde ich vorhandene Fäden aufnehmen, weiterspinnen, fein w
Das Wort hat einen schlechten Beigeschmack. Es klingt nach Vorschriften, Kontrolle und Gesetzen. Wenig Freiheit, Kreativität und Selbstbestimmung. Für Immanuel Kant war die Pflichtgemässheit eines Han
Im Spitalalltag kriege ich vieles zu Ohren, und das allermeiste kann ich verstehen. Eine Bemerkung aber, die ich oft höre, bleibt mir jeweils quer im Ohreingang stecken. «Il ne voulait jamais être un
Seit ich im Krankenhaus arbeite begegnet mir die Thematik der Selbstsorge immerwährend. Ich soll, so sagt die Definition, selber aktiv für mich sorgen, damit ich mit Belastungen gut umgehen kann, nich
Er kommt mir langsam schlendernd, leicht suchend entgegen, und als wir auf gleicher Höhe sind, verlangsamen wir beide das Tempo. Er suche das Haus 5, sagt er mir, und ich weise ihm mit einer Handbewe
In den Tagen der Entstehung dieser Zeilen stöbere ich in den Büchern von Kurt Marti, die in meinem Gestell stehen. Sein 100. Geburtstag veranlasst viele, ihn aufleben zu lassen und die Erinnerung an i
Kurz nach Ostern – ich treffe die Patientin im Lehnstuhl am Fenster sitzend in ihrem Zimmer an. Ihr Blick ist auf die Fassade des neuen Anna-Seiler-Hauses gerichtet. Scheinbar hat sie da einen Punkt f
Es war vor Kurzem an einem Spätnachmittag, als ich zu einer Patientin gerufen wur de. Als ich zu ihr ins Zimmer kam und an ihr Bett trat, hörte sie über Kopfhörer die Arie der Altstimme «Es ist v
«Das ist aber ein krasser Job, den du hast.» «So nahe an so viel Leid!» «So viele schlimme Situationen!» «Menschen im Ausnahmezustand als tägliches Brot … Ich könnte das nicht.» Solche und ähnliche Sä