Ich stehe am Bahnhof, und der Zug hat Verspätung. Auf dem Perron wird laut geschimpft und nervös telefoniert. Auch ich bin ein wenig verärgert. Schliesslich will ich mir im Büro Gedanken machen für di
Schwere liegt im Zimmer. Eine junge Patientin ist chronisch krank. Schon lange. Schmerzen zehren. Familienangehörige sind da. Ratlos. Was sagen? Was tun? Gibt es Trost in einer solchen Situation? Ein
Zwei Besuche gelten als angemeldet: Ein Mann möchte die Kommunion und eine Mutter wünscht eine Abschiedsfeier für ihr viel zu früh geborenes Baby. Als erstes besuche ich den Mann und als ich mich bei
«Wollst endlich sonder Grämen/aus dieser Welt uns nehmen/durch einen sanften Tod/und wenn du uns genommen/lass uns in’ Himmel kommen/du unser Herr und unser Gott.» Das ist die sechste Strophe des beka
Die Angehörigen wünschen ein Gebet, sagt die Ärztin mit Nachdruck. Der Patient sei sterbend und nur noch zum Teil ansprechbar. Der Auftrag ist klar. Ich mache mich sogleich auf den Weg. Sohn, Tochter
Die Patientin gehört einer besonderen religiösen Gemeinschaft an. Dennoch freut sie sich über den Besuch der Spitalseelsorge. «Warum ich, warum bin ich krank?» Immerzu kreise sie um diese Frage. Sie s
Ob ein Spital überhaupt ein passender Ort sein kann? Für Menschen, die sonst viel draussen sind und draussen arbeiten, sicher nicht. Dem Bergler, den ich besuche, macht es Mühe, hier zu sein. Bei der
Die Patientin sitzt kerzengerade am Bettrand. Kaum zu glauben, dass es dieselbe Frau ist, die ich vor ein paar Monaten zum ersten Mal getroffen habe. Sie kam mir damals wie eine Schnecke vor, die sich
Ein Freund von mir hat einen Freund, der Computer-Ingenieur ist und mit einem Team in die Volksrepublik China flog, um dort über die Gründung einer Firma zu verhandeln. Die Chinesen eröffneten die Ver
Trauerprozesse, so lehrte es Sigmund Freud, verlaufen nach einem gewissen Schema. Am Ende der erfolgreichen «Trauerarbeit» stehe die Integration der Verlusterfahrung. Dieser Ansatz prägte über Jahrzeh